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Schwangerschaftsvitamine: Welche du wirklich brauchst

Schwangerschaftsvitamine können dabei helfen, den erhöhten Bedarf an Folsäure, Jod und Co. in der Schwangerschaft zu decken. Das solltest du wissen.

NHNele Hillebrandt
Schwangerschaft
Schwangerschaftsvitamine: Welche du wirklich brauchst
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Schwangerschaftsvitamine können dabei helfen den erhöhten Bedarf an Vitaminen und Nährstoffen in der Schwangerschaft zu decken. Da selbst bei einer sehr gesunden Ernährung Engpässe in der Versorgung vorkommen können, kann die zusätzliche Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln sinnvoll sein. Aber welche braucht man und welche nicht?

TL;DRDas Wichtigste in Kürze
  • Folsäure: 400 µg täglich, mindestens 4 Wochen vor der Schwangerschaft beginnen und im ersten Drittel weiternehmen
  • Jod: 100 bis 150 µg täglich während der gesamten Schwangerschaft, bei Schilddrüsenerkrankungen vorher ärztlich abklären
  • Eisen: Nur bei ärztlich festgestellter Unterversorgung zusätzlich einnehmen
  • DHA: Bei wenig oder keinem fettreichen Meeresfisch können 200 mg täglich sinnvoll sein

1. Was sind Schwangerschaftsvitamine?

Als Schwangerschaftsvitamine bezeichnet man in der Regel Nahrungsergänzungsmittel, die in der Schwangerschaft genommen werden um den erhöhten Bedarf an verschiedenen Vitaminen und Nährstoffen zu decken. Besonders bekannt und verbreitet ist Folsäure oder Folat, oft in Form kleiner Tabletten, die ähnlich wie Süßstoff aussehen und in einem kleinen Spender angeboten werden.

Folat ist in den ersten Monaten besonders wichtig für Zellteilung und Wachstum. Wenn Folsäure schon rund um die Empfängnis ergänzt wird, kann das Risiko für Neuralrohrdefekte wie Spina bifida gesenkt werden.

Des Weiteren bieten einige Firmen Schwangerschaftsvitamine an, die mehrere Vitamine und Nährstoffe enthalten und dafür sorgen sollen, dass das Ungeborene mit allem Versorgt wird, was es benötigt. In diesen sind verschiedene Vitamine und andere wichtige Stoffe wie Jod enthalten.

2. Warum sind Schwangerschaftsvitamine sinnvoll?

In der Schwangerschaft steigt der Bedarf an mehreren Vitaminen und Mineralstoffen. Der Mehrbedarf lässt sich nach den Handlungsempfehlungen der DGE bei den meisten Nährstoffen durch eine ausgewogene Lebensmittelauswahl decken. Folsäure und Jod werden zusätzlich empfohlen.

Bei Eisen gilt dagegen keine allgemeine Empfehlung für ein Präparat. Ob du zusätzlich Eisen brauchst, sollte anhand der Vorsorgeuntersuchungen und einer ärztlichen Beratung entschieden werden. Das ist besonders wichtig, wenn du vegetarisch oder vegan lebst oder bei dir bereits eine Unterversorgung bekannt ist.

2.1 Kann der Mehrbedarf durch die tägliche Ernährung gedeckt werden?

Wer sich ausgewogen und gesund ernährt, viel Obst und Gemüse isst und wenig stark verarbeitete Lebensmittel zu sich nimmt, der muss sich keine großen Sorgen machen. Trotzdem ist es möglich, dass selbst Frauen, die sehr auf ihre Ernährung achten, dennoch nicht alle Stoffe ausreichend zu sich nehmen.

Dies liegt zum einen daran, dass wir eben doch ab und zu mal auf Fertigprodukte zurückgreifen und keine Lust auf Obst oder Gemüse haben und weil man für eine gute Versorgung sehr vielfältig essen müsste. Im stressigen Alltag (vielleicht mit einem weiteren Kind auf dem Arm, das umsorgt werden möchte) ist das nicht immer leicht.

Zudem leiden viele Frauen in den ersten Monaten an mehr oder minder starker Übelkeit, die das Essverhalten beeinflussen kann. Wenn du über längere Zeit nur wenig oder sehr einseitig essen kannst, sprich das bei deiner Vorsorge an.

Bei den Vorsorgeuntersuchungen wird unter anderem dein Hämoglobinwert kontrolliert. Weitere Nährstoffe werden nicht pauschal vollständig geprüft. Wenn Beschwerden, deine Ernährung oder frühere Befunde auf eine Unterversorgung hindeuten, kann die Ärztin oder der Arzt gezielt weitere Werte bestimmen und dir ein passendes Präparat empfehlen.

3. Diese Schwangerschaftsvitamine habe ich genommen

Wenn du vermutest, dass dein Vitamin- oder Mineralstoffbedarf nicht ausreichend gedeckt wird, solltest du das ärztlich besprechen. Abhängig von deinen Beschwerden, deiner Ernährung und den bisherigen Befunden können einzelne Werte gezielt geprüft werden. Bei einer bestätigten Unterversorgung lässt sich dann ein passendes Präparat auswählen.

3.1 Folsäure

Frauen mit Kinderwunsch wird empfohlen, täglich 400 µg Folsäure oder eine gleichwertige Dosis anderer Folate einzunehmen. Beginnen solltest du mindestens 4 Wochen vor der Schwangerschaft und das Präparat bis zum Ende des ersten Schwangerschaftsdrittels weiternehmen.

Wenn du später als 4 Wochen vor der Empfängnis mit der Einnahme beginnst, empfehlen die Handlungsempfehlungen 800 µg Folsäure pro Tag. Höher dosierte Präparate für besondere Risiken solltest du nur nach ärztlicher Rücksprache nehmen.

3.2 Herbaria Blutquick

Ich selber habe eine ganze Zeit lang Herbaria Blutquick genommen weil wir sehr wenig Fleisch essen und ich aufgrund starker Übelkeit einfach nicht genug eisenhaltiges Gemüse essen konnte. Bei der Kontrolle beim Frauenarzt fiel auf, dass mein Eisenwert zu niedrig war und mein Arzt legte mir nahe Eisen zusätzlich zu mir zu nehmen.

Wir haben uns damals für den Saft von Herbaria entschieden. Das war meine persönliche Erfahrung nach einem festgestellten niedrigen Eisenwert, keine allgemeine Empfehlung für die vorsorgliche Einnahme von Eisen.

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Aktualisiert: 30.8.2026

4. Kombi-Präparate oder gezielt ergänzen?

Ein Präparat mit möglichst vielen Inhaltsstoffen ist nicht automatisch besser. Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät Schwangeren davon ab, Nahrungsergänzungsmittel oder Vitaminpräparate ohne ärztliche Empfehlung auf eigene Faust einzunehmen.

Folsäure und Jod sind die allgemeinen Ausnahmen. Eisen solltest du nur bei diagnostizierter Unterversorgung ergänzen. Wenn du keinen fettreichen Meeresfisch isst, wird eine Ergänzung mit durchschnittlich 200 mg DHA pro Tag empfohlen. Bei veganer Ernährung sind eine qualifizierte Ernährungsberatung, ärztliche Kontrollen und weitere gezielte Supplemente notwendig, insbesondere Vitamin B12.

Häufig gestellte Fragen

Zusätzlich zur Ernährung werden 400 µg Folsäure ab mindestens 4 Wochen vor der Schwangerschaft bis zum Ende des ersten Schwangerschaftsdrittels sowie 100 bis 150 µg Jod während der gesamten Schwangerschaft empfohlen. Eisen solltest du nur bei ärztlich festgestellter Unterversorgung ergänzen. Wer keinen fettreichen Meeresfisch isst, sollte auch DHA ärztlich besprechen.

Folsäure ist in den ersten Monaten wichtig für Zellteilung und Wachstum. Wenn sie rund um die Empfängnis ergänzt wird, kann sie das Risiko für Neuralrohrdefekte wie Spina bifida senken.

Den Mehrbedarf der meisten Vitamine und Mineralstoffe kannst du mit einer ausgewogenen Ernährung decken. Folsäure und Jod werden zusätzlich empfohlen. Ob du Eisen, Vitamin B12, Vitamin D oder andere Nährstoffe ergänzen solltest, muss individuell geklärt werden.

Ein Kombi-Präparat ist nicht automatisch sinnvoll. Viele Nährstoffe lassen sich über die Ernährung abdecken. Ergänze außer Folsäure und Jod weitere Stoffe nur gezielt nach ärztlicher Beratung, statt mehrere Präparate auf Verdacht zu nehmen.
NH

Nele Hillebrandt

Erzieherin, Psychologin & Autorin

Ich bin Nele!

Ich bin gelernte Erzieherin, Bachelor-Psychologin und zweifache Mama. Seit über zehn Jahren schreibe ich auf Faminino über Kinderwunsch, Schwangerschaft, Baby und Familienalltag. Meine Beiträge entstehen aus eigener Erfahrung und werden um Quellen aus Forschung und Fachliteratur ergänzt.

Hier auf dem Blog findest du viele Artikel über das Mamasein und den Alltag mit Kindern. Mittlerweile geht es hier hauptsächlich um Basteln & DIY:

Ich liebe es zu basteln und kreativ zu sein! Tolle DIY-Ideen (auch für Kinder) findest du auch auf meinem Instagram-Kanal @bunterbasteln.

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